Reviews

Interventi by Michel Houellebecq

tmackell's review against another edition

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4.0

some pretty good stuff in here

breadandmushrooms's review against another edition

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reflective slow-paced

1.75

nicoripoll's review against another edition

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fast-paced

4.25

jhugofreitas's review against another edition

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reflective medium-paced

3.75

buecherangelegenheiten's review against another edition

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4.0

Ein neues Buch mit Essays von Michele Houellebecq oder wie er selbst dazu sagt: Interventionen. Der Titel „Ein bisschen schlechter. Neue Interventionen.“ - das fängt ja schon nicht sehr gut an. Wer an Houellebecq denkt, dem kommt zwangsläufig der Begriff Provokateur in den Sinn. Seine Interventionen sollen und wollen aber auch provozieren.

Wirklich neu ist an diesem Buch leider nicht viel. Fast alle der Essays waren entweder als Vorworte oder abgedruckte Gespräche in Zeitungen und Zeitschriften bereits abgedruckt. Der erste Text wurde bereist 2003 veröffentlicht.

Houellebecq arbeitet sich in seinen Essays an alt bekannten Themen ab: Islam, Religion, Philosophie, Trump, politische Korrektheit. Einzig das Essay über Covid-19 behandelt ein neues Thema. Das, was Houellebecq zur Pandemie zu sagen hat, ist aber nichts Bahnbrechendes: Er schreibt, dass er sowieso nicht gerne vor die Tür geht, dass die Corona-Pandemie Schwächen in der Politik und der Digitalisierung noch deutlicher hervorgehoben hat und dass sich auch nach der Pandemie eh nichts ändern wird.

„Wir werden nach der Ausgangssperre nicht in einer neuen Welt erwachen; es wird dieselbe sein, nur ein bisschen schlechter.“

Abseits der Essays beinhaltet das Buch vier lange Gespräche, die für mich das eigentliche Highlight dieses Buches sind. Denn sie geben einen aufschlussreichen Einblick in Houellebecqs Meinungs- und Gedankenwelt. Zudem wird in diesen Gesprächen deutlich, dass sich Houellebecq seiner Rolle als Provokateur und vermeintlicher Visionär nur allzu bewusst ist und gerne mit diesen Eigenschaften spielt.

Auch wenn viele der Texte schon älter sind und auch schon publiziert sind, ist „Ein bisschen schlechter“ dennoch ein lesenswertes Buch. Houellebecq, der mit teilweise sehr verqueren Gedanken und Theorien daher kommt, macht es dem Lesenden nicht gerade einfach, aber Spaß macht es trotzdem. Gerade die Interviews waren besonders spannend zu lesen und was dem Buch vermutlich nicht besonders gutgetan hat, waren die Kürzungen für die deutsche Ausgabe. Die französische Version ist fast doppelt so lang. Trotz alledem ist „Ein bisschen schlechter“ dennoch ein lesenswertes Buch.

Eine klare Leseempfehlung!