Flaws of characters a main focus? It's complicated
4.75
Ich habe das Buch auf die Empfehlung einer Freundin hin gelesen. Zugegebenermaßen war ich skeptisch, denn zuvor hatte ich 'Hard Land' nach wenigen Seiten aus der Hand gelegt, das mir weder vom Stil, noch von der Handlung her gefiel. Umso positiver überraschte mich dieses Buch. Es ist fantastisch geschrieben und Wells bringt einem die Charaktere durch seinen Schreibstil wirklich nah.
Klare Leseempfehlung! Ich glaube, ich werde jetzt sogar 'Hard land' nochmal eine Chance geben...
Ein fantastisches Buch mit sehr viel Tiefe, vor allem in den Charakteren. Die Botschaft des Buches ist ebenfalls eine sehr wichtige; wie würde eine Welt aussehen, in der es keine Wildtiere mehr gibt?
Von mir eine klare Leseempfehlung, auch wenn ich nachvollziehe kann, wenn es evtl. dem Einzelnen, zu "Düster" ist.
Flaws of characters a main focus? It's complicated
5.0
Das Roman Debüt von Mariette Navarro hat es trotz der Kürze und der vermeintlich simplen Handlung, in sich. Der banale Akt des Schwimmens schafft es einen ganzen Roman zu fülle und langweilt den Leser dabei zu keinem Zeitpunkt...direkt ab dem Beginn, bin ich so tief in die Geschichte eingetaucht, dass ich das Buch erst nach dem Auslesen wieder aus der Hand legen konnte! Häufig wird in Romanen die wilde, unberechenbare, gefürchtete Seite des Meeres gezeigt. Das ist hier anders...
Ein Roman der besonderen Art, aber wer das Meer liebt, wird definitiv auch diesen Roman lieben!
Flaws of characters a main focus? It's complicated
5.0
Ein unglaublich toller und tiefsinniger Roman über die Ansprüche, die das so "einfach" zu scheinende Dorfleben an die Menschen und deren soziale Gefüge stellt. Bisher eines der wenigen Bücher, das mich zum weinen gebracht hat. Wahrscheinlich findet jeder sich selbst oder eine bekannte Person in den Charakteren wieder.
Mein erster Roman von Elisabeth Strout – und sicher nicht der Letzte.
Ihre Schreibweise ist angenehm und gefällt mir sehr. Besonders faszinierend finde ich, wie sie die Gedankengänge der Protagonistin so schildert, als würde man diese gemeinsam mit ihr durchdenken; Sprünge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Einschübe, Brüche und der dahin fließende Schreibstil ziehen einen unweigerlich in die Geschichte hinein. Ihr Schreibstil erzeugt eine Art Vakuum, welches einen Abschnitte langsamer oder schneller lesen lässt; ganz entsprechend des Tempos der jeweilige Situation.
Zum Ende hin werden die Gedanken knapper, die Sprünge häufiger und die Sequenzen stehen oft für sich allein. Das hat für mich einen leichten Bruch zum Rest des Romans bewirkt und den Gesamteindruck etwas geschmälert. Dennoch ist es ein absolut lesenswerter Roman, der sich gut dahin ließt, ohne sich unnötig zu ziehen.
Schon vom Setting hat mich der Roman stark an Die Beichte einer Nacht von Marianne Philips erinnert, welchen ich sehr liebe. Wer ebenfall Romane schätzt, in denen man auf wenig Seiten tief in andere Lebensgeschichten eintauchen kann, kommt hier voll auf seine Kosten.
Vielleicht liegt es daher an meiner persönlichen Lesepräferenz, dass ich die Einschätzungen, das Buch sei zu düster oder zu depressiv, nicht teilen kann. Für mich war es eine durch und durch stimmige und fesselnde Leseerfahrung.
Flaws of characters a main focus? It's complicated
3.75
Der Leuchtturm unterscheidet sich stilistisch stark von dem, was ich bisher gelesen habe. Es war nicht ganz einfach, in die Erzählung einzutauchen. Immer wieder wechselt Jean-Pierre Abraham zwischen beschreibenden, philosophischen und reflektierenden Einträgen. Trotzdem wird das Tagebuchformat dem Inhalt mehr als gerecht und stellt wahrscheinlich die geschickteste Möglichkeit für den Autor dar, seine Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen während seiner Arbeit als Leuchtturmwärter auf Ar-Men in einem Buch zu verarbeiten.
Durch das eher ungewöhnliche Format lesen sich die 172 Seiten jedoch wesentlich langsamer als andere Bücher in klassischem Romanformat. Auch erfordert das Lesen eine gewisse Konzentration, die ein tiefes Eintauchen erst ermöglicht.
Wer allerdings dranbleibt, wird mit spannenden Einblicken sowohl in das gefährliche und isolierte Leben eines damaligen Leuchtturmwärters als auch in das Innenleben eines sich suchenden und findenden jungen Mannes belohnt.
Es lohnt sich also, weiterzulesen, auch wenn man das Buch zwischendurch häufiger zur Seite legt.